Dienstag, 11. August 2015 - Anders als geplant

Ohje, schon in der Nacht hörte ich, dass es regnet und dieser Regen hielt auch fast den ganzen Tag an.


Aber von vorne: Nach einem Kaffee auf dem Balkon, packten wir zusammen und checkten aus. Wohl war mir nicht, denn ich musste ja aus diesem sogenannten "Parkhaus" auch wieder raus, aber das klappte wider Erwarten richtig gut.


Geplant waren heute einige Kalvarienberge, bevor wir weiter nach Huelgoat fahren. Dort möchten wir morgen nämlich wieder ein wenig wandern.


Kalvarienberge? Was ist denn das?


Kalvarienberg bezeichnet zunächst die Hinrichtungsstätte Jesu vor den Toren Jerusalems, im weiteren Sinne auch umfangreiche Nachbildungen der Kreuzigung Christi, die im Zuge der Gegenreformation entstanden und von Katholiken zur Andacht genutzt werden.


Kalvarienberge sind auch das Wahrzeichen der Bretagne, wo sie während der bretonischen Renaissance (zwischen 1450 und dem 17. Jahrhundert) besonders im Finistère in eigens geschaffenen umfriedeten Pfarrbezirken entstanden.


Wir besuchen also zunächst Saint-Thégonnec. Leider regnet es in Strömen und das Fotografieren mit Schirm gestaltet sich als schwierig und macht auch wenig Spaß. Peter hat eigentlich soundso keine Lust mehr auf Kirchen und entsprechend sieht sein Gesicht aus ;-)



Das Imposanteste am Pfarrbezirk von Saint-Thégonnec ist sicher das zweistöckige Beinhaus mit korinthischen Halbsäulen, das zwischen 1676 und 1682 errichtet wurde. Demgegenüber zeigt der Calvaire nur etwa 40 Figuren; die dargestellten Szenen sind die Passion und die Auferstehung. Im Sockel ist die Geschichte des heiligen Thégonnec dargestellt.

In der Kirche war wenigstens trocken, so dass ich eine längere Besichtigung anschloss.

Wieder im Auto beschlossen wir die Kalvarienberge-Besichtigungstour abzubrechen und direkt weiter nach Huelgoat zu fahren.


Unterwegs kommt man durch die Monts d'Arrée. Die Höhenzüge der Monts d'Arrée liegen östlich der Halbinsel von Crozon und trennen auf natürliche Weise das Nord- vom Südfinistère. Sie vereinen in ihrer unwirklichen Gebirgslandschaft die höchsten Berge der Bretagne. Diese weite, karge Höhenlandschaft ist für sich genommen schon ein beeindruckendes Erlebnis. Eine Steigerung sind die Ausblicke von den Erhebungen der Monts d'Arrée, allen voran die Panoramen des Mont Saint-Michel de Brasparts und des Roc'h Trévezel. Doch wir sahen: NICHTS!

Auch die Ankunft in Huelgoat war eher ernüchternd, denn uns bot sich dieser Anblick:

Wir tranken also erst einmal einen Kaffee und checkten im Hotel du Lac ein, welches sehr einfach, aber sauber war. Peters Frage war deutlich: "Was sollen wir nur hier im Landpuffhaus den ganzen Nachmittag machen?"

 

Wir haben nichts gemacht, sondern lagen lesend und dösend im Bett, vor dem Abendessen machten wir - nun ohne Regen -  noch einen kleinen Spaziergang und aßen schließlich im Restaurant unseres Hotels. Und das Essen versöhnte!

Peter hatte einen grünen Salat als Vorspeise, ein Filetsteak und zum Nachtisch ein Schokoküchlein mit Vanillesoße. Ich hatte 12 Schnecken als Vorspeise (sie waren gut, wie man unten sieht) und wundervolle Lammkoteletts. Zum Dessert gab es für mich einen Espresso :-)

Heute Abend konnte ich wenigstens noch etwas lesen, da der Tag doch eher ein ruhiger war. Ich lud mir den Roman "Der Fluch des Mont Saint Michel" von Frédéric Lenoir auf den Tolino und löschte erst spät das Licht ;-)


Unterkunft: Hotel du Lac, 82 € ohne Frühstück

gefahrene Kilometer: ca. 100 km